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Vier Gesichter einer Familie
Vier Schreie nach Leben

Ein Geheimnis hinter vier Fenstern


Sie wollen sich voneinander lösen, doch sie umklammern sich immer fester. Mit aller Kraft halten sie die Fassade aufrecht. Je lauter sie lachen, desto stiller wird es um sie. Immer tiefer ziehen sich die Risse im Familienbild, bis sich dahinter ein unausweichliches Geheimnis offenbart.


Christian Moris Müller
beschreibt Menschen, die auf der Suche nach etwas sind, das ihnen einmal unmerklich verloren gegangen ist. Mit ungewohnt klaren, einprägsamen Bildern kommt er ihnen ganz nah. Und doch treibt seine konsequente Erzählweise kalte Schauer über den Rücken.

Vier Fenster, das bedeutet vier Geschichten über vier Gesichter, die getrennt ins Leben blicken. Gemeinsam ist ihnen die Hoffnung, für einen Augenblick nicht alleine zu sein.



"Der Preis ist unendliche Sprachlosigkeit"
-ein Kommentar zum Film-


Was wissen wir von den Menschen, die wir unsere Familie nennen? Welche Gefühle, Gesten und Liebesbezeugungen machen diese kleinste Zelle der Gesellschaft aus? Was könnte hinter der Tür der Nachbarsfamilie wirklich vorgehen? Diese Fragen stellt Christian Moris Müller in ungewohnt eindringlichen Bildern und verknüpft sie durch eine außergewöhnliche Erzählweise. Vier Fenster, das bedeutet vier Kapitel über vier Individuen, die ihr Glück im Verborgenen suchen: Der Sohn trifft auf einen Fremden, der ihn nicht küssen will. Der Vater küsst seine Frau und meint seine Tochter. Die Tochter wird von ihrer Mutter geküsst, ein Schlag ins Gesicht. Die Mutter provoziert den Kuss eines Fremden und hofft, dass ihr Mann ihre Wunden leckt. Gemeinsam ist ihnen das Verlangen nach Geborgenheit, also halten sie einander fest.
Der Preis ist unendliche Sprachlosigkeit.

Christian Moris Müller nähert sich seinen Figuren behutsam und ohne Vorurteile. Anstatt große Worte zu benutzen, lässt er die Gesichter sprechen. Bedeutsam für seinen Stil ist die Inszenierung von lang durchgehenden Einstellungen, die den Schauspielern Zeit und Raum zur Entwicklung geben. Für diese anspruchsvolle Arbeitsweise konnte Christian Moris Müller den bekannten Kameramann Jürgen Jürges gewinnen, der bereits mit Rainer Werner Fassbinder ("Angst essen Seele auf", "Fontane Effi Briest"), Michael Haneke ("Code: Inconnu") und Wim Wenders ("In weiter Ferne, so nah!") zusammenarbeitete. Für den jungen Regisseur ging damit ein Traum in Erfüllung. Jürgen Jürges sagte nach dem Lesen des Drehbuchs sofort zu, sich an dem Projekt zu beteiligen. "Nach den ersten Gesprächen mit Christian habe ich gemerkt, dass er sehr genau wusste, was er wollte", sagt der namhafte Kameramann. "Man hat ihm die Liebe zu seinem Film und zu seinen Personen angemerkt." Für Christian Moris Müller liegt die Besonderheit der von Jürgen Jürges gedrehten Filme darin, "wie hier über die Bilder schon Beziehungen erzählt werden".

Darüber hinaus ist VIER FENSTER aber vor allem großes Schauspielerkino, das seine Schärfe und seine berührende Emotionalität durch die Mitwirkung hervorragender Darsteller gewinnt. Den Vater spielt Thorsten Merten, bekannt durch seine Rolle in Andreas Dresens Erfolg "Halbe Treppe". Außerdem mit dabei sind Margarita Broich ("Wolfsburg"), Theresa Scholze ("Nachtexpress") und Frank Droese ("alaska.de").

"Die Geschichte wird nicht plakativ erzählt, sondern findet in den Köpfen statt. Schon im Drehbuch hat man das Gefühl, das ist nur die Spitze des Eisbergs", sagt Theresa Scholze. Die größte Herausforderung bestand, neben einigen besonders unter die Haut gehenden Szenen, im Drehen der langen Einstellungen " eine Arbeit, die Professionalität, viel Konzentration und technische Vorbereitung erfordert. "Ich habe ein Problem damit, wenn zu oft geschnitten wird. Das wirkt zerstreuend und macht den Moment kaputt", erklärt Christian Moris Müller. Die Entscheidung, die einzelnen Geschichten getrennt zu erzählen, geht auf dieselbe VIER FENSTER kratzt an der Oberfläche der Alltagsrealität. Ein durchweg spannendes und zugleich schmerzhaftes Filmerlebnis.

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